Walking I

527x675 Tomas Bächli, Pianist

Now we strike a steady gait
walking towards the future
letting past and present wait
we push on in the sun

Wir wissen nicht, wie viele es sind, die im Lied “Walking” von Charles Ives der Zukunft entgegen gehen. Vielleicht ist es die ganze Menschheit. Die Musik verrät, dass alle etwa etwa im gleichen Tempo gehen. Dennoch wird dieser gemeinsame Puls unterschiedlich wahrgenommen. Die meisten zählen brav auf zwei oder vier, schliesslich hat der Mensch zwei Beine, weshalb Wanderlieder und Märsche gerade Taktarten haben. Einigen ist das zu langweilig, sie zählen auf drei, sodass die Eins einmal auf das rechte und einmal auf das linke Bein kommt. Andere gehen einen Schritt voraus, also im Kanon, ein paar wenige scheren sogar aus und gehen für einen Moment synkopisch zum Grundschlag.

All das geschieht in der Klavierbegleitung dieser vier Zeilen. In dieser Polymetrik steckt eine Utopie: Ives komponiert die Möglichkeit, dass sich Menschen gemeinsam in eine Richtung bewegen und doch jeder seine Eigenheit behält.

Charles Ives: Walking

A big October morning,
the village church-bells,
the road along the ridge,
the chestnut burr and sumach,
the hills above the bridge
with autumn colors glow.

Now we strike a steady gait,
walking towards the future,
letting past and present wait,
we push on in the sun,
Now hark! Something bids us pause…

(down the valley, a church, a funeral going on)
(up the valley, a road-house, a dance going on)

But we keep on a walking,
’tis yet not noon-day,
the road still calls us onward,
today we do not choose to die
or to dance, but to live and walk.

 

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